Fin1

Free Writing // Che’fin sagt. fin-base tut.

[Text verfasst am 3.3.2016]

Puh. Ich hab mich von dem gestrigen Abend noch immer nicht ganz erholt. Ich hänge am Sofa, der Bauch gut gefüllt von Go Thali (Gönnung!) und wünschte, es wäre vielleicht gestern doch ein Achterl Rot weniger geworden (ja, es war der gute alte Hauswein. Wir wissen, was das bedeutet). Doch dazu später mehr.

Aber first things first. Um was geht es hier eigentlich?

Gestern, Mittwoch, den 2.3.16, feierte die Wiener Band fin den Release ihrer allerersten EP „tales never told“ im B72. Genau jene rennt bei mir heute schon seit Stunden rauf und runter. Jetzt, wo ich sie ja endlich hab! Und das nicht nur, weil fin-Sängerin – ich nenn sie jetzt mal: „the brain“ – Juliane Blinzer eine sehr gute Freundin von mir ist. Naha. So leicht bin ich dann doch nicht zu haben. Vielmehr weil ich seit Urbeginn fin’ischer Zeiten vor etwas mehr als zwei Jahren hin- und weggerissen war: die Songs, die Texte, der Sound, Julies Stimme … mitten ins Herz traf mich diese Mischung aus Verletzlichkeit und schüchterner Ehrlichkeit. Ich bin quasi Groupie der ersten Stunde. Nicht selten hab ich weirde Blicke auf den unzähligen fin-Konzerten seither geerntet, wenn ich wie eine 13-Jährige alle Lieder mitgegröhlt hab. Muss da wuascht sein.

Bühnenbild

Dabei wären wir wohl gestern gar nicht in den Genuss des so großartigen EP-Release-Konzerts gekommen, hätte die aus dem Lungau stammende Julie im Jahre 2013 nicht fast auf ihre Zusage als Voract der großartigen Clara Luzia bei einem Gig in Wien vergessen und dann sozusagen aus der Not heraus fin ins Leben gerufen.
Seit 2013 hat sich nicht nur die Konstellation der Band mehrere Male geändert – mittlerweile sind sie zu fünft –, nein, auch der exponentiell steigende Grad an Qualität und Ausgereiftheit der Songs war über die Monate stetig zu beobachten beziehungsweise deutlich zu hören. Schon bald entstand ein harter, immer wiederkehrender Fan-Kern, für welchen Julie übrigens den liebevollen Begriff fin-base einführte. Ein Titel, der seither mit viel Stolz getragen wird (#finbase).
Mit jedem weiteren Auftritt wurde klarer, dass Julie Blut geleckt hatte – Herzblut. Wovon sie alles in eben dieses neue Bandprojekt steckte. Und doch gab es Anfang 2015 noch immer keine CD, weil Geldmangel. Die fin-base hatte nun offenbar endgültig genug und startete schließlich einfach kurzerhand ohne Mitwissen der Band ein Crowdfunding-Projekt. Nachdem sich die Fünf von dieser Überraschung erstmal erholt hatten, ging plötzlich alles GANZ GANZ schnell. Aus den angepeilten 4000€ wurden fast 6000€ und „schon“ ging es ab ins Studio.

Im Endeffekt hat das Ganze nun mehr als ein Jahr gedauert – ja, ich erspare euch eine detaillierte Aufzählung all der einzelnen Arbeitsschritte bis hierhin (sagen wir so: es waren viele.) –, aber das Warten hat sich gelohnt, trust me. Wo wir endlich wieder beim gestrigen Abend wären.

Fin live on stage im Wiener B72

Auf mein Angebot hin wurde mir die ehrenhafte Rolle der fin-Abendkassen-Dame erteilt; will heißen: kein Gast an diesem Abend musste nicht vorher an mir vorbei. Che’fin sagt. fin-base tut. Ein Job, über den ich mir im Vorfeld wenig Gedanken machte, weil ich mich einfach sososo sehr auf das Konzert freute. Und zwar nicht erst seit das Datum vor einigen Wochen festgelegt wurde. Ein Job, der dann doch mehr Arbeit war als erwartet. Weil das B72 quasi gestürmt wurde.
Mehr als 200 fin’asten waren letzten Endes anwesend; vor dem B72 standen sie sogar Schlange (nein, nicht weil ich so langsam war höhö ;-)). Schnell war klar: dieser Abend würde ein Erfolg werden. Und wie gesagt: die harte Arbeit wurde mehr als belohnt!

Die Menge wurde erstmal von dem Wiener Simon Lewis verzaubert, der übrigens am selben Tag den Release seiner eigenen EP feierte. Bis es dann gegen 22h endlich losging. Julie „Elektrotechnikerin“ Blinzer (haha) betrat die Bühne, empfing die brechendvolle Bude mit ein paar komisch-rührenden Worten (#sameoldsameold) und dann wurde auch schon die erste Nummer angestimmt – „Fuel“, gleichzeitig auch der erste Song auf der EP. Zufall? Wohl kaum.

Julie in ihrem Element

Der ganze Auftritt war für mich ein einziger Rausch. Lena, Flo, Alex, Thomas und Julie an diesem Abend da oben zu sehen – obwohl es nicht das erste Mal im B72 war –, bedeutete SO viel. Es bedeutete, dass alles möglich ist. Es bedeutete, dass man alles schaffen kann, wenn man nur fest daran glaubt. Dass Träume wahr werden können. Dass es sich immer, verdammt nochmal IMMER lohnt, wieder aufzustehen und weiterzumachen. Dass sich harte Arbeit irgendwann bezahlt machen wird, wenn man nur geduldig bleibt. Ja, sogar dass selbst jeder noch so quälende Herzschmerz auch Gutes mit sich bringt. Und in Julies Fall – dem quasi selbsternannten „traurigen Mädchen mit Gitarre“ – war das bis hierhin eben recht viel davon. Soll passieren. Been there, done that. Genau jener Herzschmerz bescherte uns letzten Endes ja auch diese großartigen, tief ins Herz stechenden Lyrics. Also: danke, ihr Pfeifen (not my words)!

die lächelnde Menge

Das ist es nämlich, was fin so großartig macht: dieser Moment, wenn man sich plötzlich selbst in den Texten wiedererkennt; wenn einem kalte Schauer über den ganzen Körper – von innen nach außen, von oben nach unten – laufen; man wie elektrisiert ist; sich einem die klitzekleinen Härchen auf den Unterarmen aufstellen. Weil man sich aus dem Nichts heraus an seine verletzlichsten Momente erinnert fühlt. Und sich – wenn auch nur für zwei, drei Minuten, kurz: einen Song lang – nicht mehr so ganz alleine da draußen fühlt. Weil das, was man da hört, so offensichtlich echt ist, so authentisch. Und das zieht einfach an, macht Lust auf mehr … macht süchtig.

Da kann's wer gar nicht fassen!

Gefühlt viel zu schnell war es dann auch wieder vorbei. Nachdem sich die Band für die letzte Nummer (vor der Zugabe versteht sich) „Shallow“ noch die auch auf der EP vertretenen Streicher auf die Bühne geholt hatte und sämtliche Danksagungen erledigt waren, flossen schon fast die Tränen (jajaja, „fast“) vor Rührung und positiver Energie im Raum. Nicht nur die Band und ihre Musik machten diesen Abend nämlich so einzigartig, sondern vor allem auch die anwesenden Gäste. Ohne Frage: das Gesetz der Anziehung trat in Kraft. So viele tolle, positive, offene Menschen auf einem Fleck hab ich selten bis nie auf einem Konzert erlebt. So viele altbekannte wie auch neue Gesichter waren da und alle lächelten sie entspannt und voller Liebe und Zufriedenheit, als wären sie gerade bei der Geburt von fünf Welpen dabei gewesen. Nun ja, das waren sie ja irgendwie auch 😉

Nach einer kleinen, aber feinen Zugabe gab es erstmal eine Welle an nichtendenwollenden Applaus und schon ging es an den Merchandise-Stand, wo die EP dann ENDLICH ganz offiziell an den Mann gebracht und ja, sogar signiert wurde. A dream come true (und ich spreche hier nicht nur für mich, denke ich). Zeitgleich wurde zu tanzen begonnen, Umarmungen wurden wie wild vergeben und auch die fin tonics wurden ausgeschenkt, als gäbe es kein morgen mehr.

Kurz: der Abend war genauso, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Ja, es wird immer gesagt, man solle sich seine Erwartungen nicht zu hoch setzen aufgrund des Risikos, enttäuscht zu werden (du bist so weise, Julie! ;-)). Aber für mich bestand quasi nie der geringste Zweifel, dass das nix werden könnte. Es war Magie pur. Dieser Abend wurde quasi wie von selbst zu einer Erinnerung, die mir wahrscheinlich noch lange das größte Lächeln auf die Lippen zaubern wird.

Komplett liebestrunken durfte ich also heute in den frühen Morgenstunden mich des Lebens freuend nach Hause torkeln. Nur wegen der Glücksgefühle natürlich – nicht wegen des Hausweins. 😉

Kollektives Verbeugen nach "Shallow"


Lust auf mehr? Dann ab auf www.tofinmusic.com, wo du unter anderem die brandneue EP erstehen sowie auch die nächsten Live-Termine herausfinden kannst! Es lohnt sich! #finfever

Teil der fin-base glücklich mit der soeben erstandenen EP in den Händen


Übrigens: Die fin‘tastischen Bilder in Farbe wurden freundlicherweise von musikpics.at  für diesen Post zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!
Jene in Schwarz-Weiß
haben wir wiederum einem weiteren Urgestein der fin-base, Harry, zu verdanken!  Bussibussi
So schmust es sich am besten in der fin-base.

 

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